Kastration - Kampf dem Katzenelend 

Artikel von Gitta Paul

Tierschutzorganisationen und Tierheime werden das ganze Jahr über mit jungen Kätzchen überschwemmt, wobei die Dunkelziffer der nicht abgegebenen Tiere weitaus größer ist, als das sichtbare Elend.

Wir müssen uns daher immer wieder an die Öffentlichkeit wenden, wir müssen uns immer wieder an die Vernunft der Katzenbesitzerinnen und Katzenbesitzer appellieren, ihre Katzen und Kater kastrieren zu lassen und dies zu Beginn der Geschlechtsreife.
Zum Katzenelend und dem oft gausamen Schicksal der Jungtiere trägt auch Ihr unkastrierter Kater bei!

Katzen sind enorm fruchtbar und können unter günstigen Bedingungen 3 bis 4 Würfe mit je 4 bis 6 Jungen aufziehen; zum Glück für beide geschieht dies selten.
Selbst wenn wir realistischere Zahlen annehmen - 2 Würfe mit insgesamt weniger als drei überlebenden Nachkommen im Jahr - sind die Zahlen immer noch sehr erschütternd.
Innerhalb von 10 Jahren kann ein einziges Katzenpaar, welches sich wie seine Nachkommen kontinuierlich vermehrt, theoretisch zu einer Katzenpopulation von über 80.000.000 (in Worten: 80 Millionen!) Tieren anwachsen.

Natürlich wird dies so nicht eintreten, weil die meisten Tiere an Hunger, Krankheit, Tierquälereien und aus anderen Gründen sterben, ehe sie das fortpflanzungsfähige Alter erreichen.

Trotzdem stellt die Fortpflanzungsfähigkeit der Katzen in unserer zunehmend naturfernen Gesellschaft ein großes Problem dar. Kastration der Tiere ist dafür die einzige Lösung!

Katzengeburten sind kein erzieherisches Mittel, um Kindern die Natur wieder näher zu bringen. Verständnis für die Umwelt kann man durch die Vermittlung fundierter Kenntnisse wecken. Naturnähe allein bewirkt dies nicht automatisch, sonst würde man nicht gerade in ländlichen Gegenden so viel Katzenelend vorfinden.

Zu große Bevölkerungsdichte und zu dichte Bebauung belastet unsere Umwelt, führt zu Aggressionen bei Menschen und in vielen Fällen auch zur Bedrohung und Verfolgung der Katzenpopulation.

In den USA gibt es Gemeinden, die einen Geburtenstopp für Hunde und Katzen erlassen wollen, weil in den örtlichen Tierheimen jährlich fast 10.000 Tiere getötet werden.

Auch bei uns landen "überzählige" Tiere in der Mülltonne. Bei vielen Zeitgenossen ist es "in", sich während eines bestimmten Lebensabschnittes mit einem Tier zu schmücken. Tiere werden gedankenlos als Geschenke mißbraucht.
Bei der erstbesten Schwierigkeit bleibt die Tierliebe auf der Strecke und auf die Bedürfnisse der Katze kann dann keine Rücksicht mehr genommen werden.
Umzug in eine neue Wohnung mit Tierhalteverbot, Heirat mit einem katzenhaarallergischen Partner, die Ankunft eines Babies, berufliche Überlastung, der wohlverdiente Urlaub, das alles muß als faule Ausrede dafür herhalten, daß man seine Katze ganz einfach loswerden will.

Wobei natürlich in einem solchen Fall das Tierheim allemal besser ist, als das Aussetzen, Töten oder Verkaufen an Labors.
Doch faul, mehr als faul, bleibt die Sache trotzdem.
Wer sich für eine Katze entschieden hat, sollte wissen, daß er einen extremen Individualisten zu sich nimmt, welcher auf Veränderungen der Lebensbedingungen genauso extrem reagieren kann.

Katzen schreien ihren Schmerz nicht hinaus - also lassen sie sich auch leichter abschieben. Sie landen vor den Türen von stadtbekannten Tierschützern, in Kartons verpackt vor Tierheimen, auf Autobahnrastplätzen beim ersten Halt auf der Fahrt in den Urlaub oder ganz einfach im Wald.

Ob sich jemand ihrer annimmt, sie die Rohheit ihrer Vorbesitzer überleben, dafür interessieren sich derartig gefühlsarme Menschen nicht.
Für sie ist das Problem gelöst. Sollen sich andere damit herumschlagen.

Unsere Welt wird mit jeder ausgesetzten Katze kälter und rauher. Die Tierheime sind Ausdruck unserer Oberflächlichkeit und seelischen Armut geworden.
Wann werden wir uns endlich Rechenschaft ablegen über unseren Umgang mit der Natur, mit den Geschöpfen?

Dieser gedankenlose und gefühllose Umgang ist grausam für die Tiere, nicht die Kastration!
Sie ist und bleibt die einzig vertretbare und sinnvolle Lösung!

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